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Zum 30. Jubiläum

Artikel von Harry Lukas, erschienen im Magazin kulturland Oldenburg. Zeitschrift der Oldenburgischen Landschaft, Ausgabe 1.2012, Nr. 151, S. 15, Quelle: www.oldenburgische-landschaft.de

Künstlerliste wie aus dem Who’s Who

Drei Jahrzehnte Verein der Musikfreunde Oldenburg – Mehr als 150 Konzerte

 

Constanze Schmidt-Wilkens (Vorsitzende), Wolfgang Ahlers (stellvertretender Vorsitzender) sowie die weiteren Vorstandsmitglieder Martina Heyen, Volker Timmermann und Sven Litke. Foto: Verein der Musikfreunde

Als sich im Dezember 1980 siebzehn Musik liebende Oldenburger Bürgerinnen und Bürger auf Einladung des damaligen Generalmusikdirektors am Oldenburgischen Staatstheater, Wolfgang Schmid, trafen, um einen Musikverein zu gründen, haben sie nicht nur Weitblick bewiesen, sondern auch den »Startschuss« für eine Erfolgsgeschichte gegeben, die das kulturelle Leben in Oldenburg bis heute prägt.

Mit Wolfgang Schmid begann auch die enge Zusammenarbeit des Vereins mit dem Staatstheater. Alle Generalmusikdirektoren, die Schmid nachfolgten, gehörten während ihrer Amtszeit dem Vereinsvorstand an: Knut Mahlke, Reinhard Seifried und Alexander Rumpf. Vier Vorsitzende haben den Verein seit seiner Gründung geführt: der erste war der damalige Vorstandsvorsitzende der Landessparkasse zu Oldenburg, Dieter Schlecht. Es folgten Harry Lukas (jetzt Ehrenvorsitzender), Dr. Eduard Möhlmann und jetzt die Sopranistin Constanze Schmidt-Wilkens.

Weit über 150 Konzerte hat der Verein der Musikfreunde seit der Gründung veranstaltet. Die Künstlerliste liest sich wie ein »Who’s Who« der nationalen und internationalen Musikerprominenz. Pianisten wie der Brasilianer Nelson Freire, der Argentinier Bruno Leonardo Gelber, das französische Klavierduo Katia und Marielle Labèque, der österreichische Pianist Rudolf Buchbinder, der Franzose Jean-Yves Thibaudet, der Türke Fazil Say, die russische Pianistin Elisabeth Leonskaja, der Gründer des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, Justus Frantz, aber auch aus dem Oldenburgischen stammende Pianisten wie Rolf Plagge und Mathias Weber gastierten in Oldenburg auf Einladung des Vereins der Musikfreunde. Oder weithin bekannte Kammermusik-Ensembles wie das Tokyo String Quartet, das AbeggTrio, die Musica Antiqua aus Köln, außerdem Solisten von Weltklasse wie die Klarinettistin Sabine Meyer oder der Geiger Frank Peter Zimmermann.

„Perle“ des Konzertprogramms ist die Reihe »Große Pianisten im Kleinen Haus«, die seit mehr als zehn Jahren bedeutende Pianistinnen und Pianisten aus dem In- und Ausland nach Oldenburg führt. Die Konzertreihe, die als Sonntagsmatinee stattfindet, ist ausabonniert; Interessenten werden in einer Warteliste geführt.

Mit WortSpiel hat der Musikverein in seinem Jubiläumsjahr 2010 eine neue Reihe ins Leben gerufen, ein spannendes Konzept, das Literatur und Musik in ungewöhnlicher Form vereint.

Alljährlich Anfang Januar präsentiert der Verein der Musikfreunde sein Neujahrskonzert im Staatstheater. Im Rahmen eines Neujahrsempfanges wird ein unterhaltsames und beschwingtes Konzertereignis geboten, das vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wird und stets nach wenigen Tagen ausverkauft ist.

Sonderkonzerte aller musikalischen Stilrichtungen – von Jazz und Folk, über »Percussion-Sessions« bis zu »Tango & Artverwandtem« – sowie musikalische Vorträge und Gesprächskonzerte im Rahmen der Mitgliederversammlungen runden das vielseitige Angebot der Oldenburger Musikfreunde ab und finden stets große Zustimmung beim Publikum, aber auch in den fachkundigen Konzertbesprechungen der Presse.

»Das Beste und Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten.« Dieses Zitat von Gustav Mahler könnte man ergänzen: »Man muss es erleben« – zum Beispiel in den Konzerten des Vereins der Musikfreunde.