Neujahrskonzert im Großen Haus

BosArt Trio "Unerhörte Meisterwerke"
Sonntag, 6 Januar 2019, 11.15 Uhr

Klassisches Musikkabarett hat eine durchaus lange Tradition. Komponisten wie Siegfried Ochs oder Hermann Pillney schrieben schon im 19. Jahrhundert parodistische Variationen über Gassenhauer und schufen damit eine Form des eulenspiegelhaft-humorvollen Umgangs mit musikalischen Themen, indem sie diese gleichsam durch die gesamte Musikgeschichte deklinierten. Nicht zu vergessen ist auch der Deutsche Gerard Hoffnung, der mit seinen barbarisch-komischen Klassik-Tohuwabohu-Arrangements die Engländer begeisterte. Den gediegen-witzigen Pianoforte-Löwen Victor Borge muss man in diesem Zusammenhang unbedingt nennen, und in eine ähnliche Kerbe haut auch der Amerikaner Peter Schickele mit seinem erfundenen und sehr verlorenen Bach-Sohn P.D.Q. Bach, dessen Musik mitunter Schreikämpfe erzeugte.

Ziemlich genau in dieser Tradition bewegt sich auch das „BosArt Trio“, das die Verwechslung mit dem weltberühmten „Beaux Arts Trio“ durchaus billigend in Kauf nimmt. Die drei Herren lernten sich an der Freiburger Musikhochschule kennen, wo sie ihre „Achtundsechziger“ verbrachten und trotzdem wohl einiges gelernt haben, denn es ergaben sich bis zur verdienten Pensionierung doch recht respektable musikalische Lebensläufe:

Wolfgang Schäfer, emeritierter Professor für Chorleitung an der Musikhochschule Frankfurt/Main, immer noch künstlerischer Leiter der Staufener Musikwoche und darüber hinaus nicht nur kabarettistisch, sondern auch dirigentisch viel unterwegs.

Hans Hachmann war viele Jahren klassischer „Radiologe“, d. h., er arbeitete als leitender Musikredakteur beim SWR, seit 2007 ist er nun auch im Ruhestand musikwissenschaftlich tätig, u. a. mit Programmeinführungen beim Heidelberger Frühling und den Schwetzinger Festspielen.

Reinhard Buhrow, Insidern auch bekannt unter seinem Künst­lernamen Renard Büro, war an der Musikhochschule Freiburg „Lehrer für besondere Aufgaben“ (quasi eine Art James Bond unter den Lehrern). Als Pensionär übt er, befreit von Schülern und Kollegen, immer noch an seinem Flügel.

Das „BosArt Trio“ hat innerhalb der deutschen Musikkabarettszene seinen von Kennern geschätzten festen Platz. Nicht die satirische Axt setzen die drei Herren ein, sondern das Florett. Jederzeit fein gesponnen sind ihre BosArtigkeiten, eine aparte Mischung von Info und Schabernack. „Unerhörte Meisterwerke“ Über 30 Jahre BosArt Trio haben bei Veranstaltern, Publikum und Protagonisten Spuren hinterlassen: Graue Haare sind gewachsen und tiefe Falten wurden in die Gesichter gelacht. Allerorten wächst der Wunsch, an den „Unerhörten Meisterwerken“ aus insgesamt zehn erfolgreichen Programmen noch einmal teilzuhaben. So entstand nun ein ultimatives musikkabarettistisches Potpourri: Berge von Material wurden durchgekämmt (sofern man Berge überhaupt kämmen kann), Stapel von Skizzen gesichtet, Haufen von Noten geschichtet und auch mal was Neues gedichtet.

Unerhörte Meisterwerke“: Der längste Hit, der schnellste Song, der tollste Text, die schwächste Pointe! Mehr wird nicht verraten.